IMG_4126

Hyundai IONIQ electric im QuickCheck 3


 


Vorwort

Man muss ja Erfahrungen machen, um mitreden zu können. So sagt man.

Nachdem nun Hyundai’s IONIQ kurz vor Einführung des dritten (teil)elektrifizierten Antriebes steht, dem Plugin-Hybrid (PHEV), so dachte ich mir bereits Anfang des Jahres, „machst Du mal eine Probefahrt mit dem Elektrischen“. Denn derzeit hat Hyundai vom IONIQ einen „hybrid“ und den „electric“ im Angebot; der PHEV soll bis Mitte des Jahres bei den Händlern stehen. Nur der Vollzeitstromer „electric“ würde von den drei Antriebskonzepten bei mir in das Beuteschema passen, denn nach meinem aktuellen Ampera, den ich noch besitze, wird dem Verbrennungsmotor, sei es auch als Reichweitenverlängerer, „lebe wohl“ gesagt.

Das Ansinnen, eine Probefahrt mit dem IONIQ electric zu unternehmen, soll mir nicht zu leicht gemacht werden. Ein großer Hyundai-Autohändler, der sowohl in Wiesbaden/Mainz als auch in Frankfurt Verkaufspunkte unterhält, stellt sich aus versch. Gründen sehr dilettantisch an; schaffte es jedoch mittels Abwehrhandlungen seines Personals im Verkauf, dass ich einen kleinen, freundlichen Hyundai-Händler in Bad Vilbel finde, der sowohl Elektrostützpunkt ist und auch noch gewillt, Elektroautos zu verkaufen.

Nun soll es aber um den Hyundai IONIQ electric gehen!

IMG_4126

IMG_4125IMG_4128Bei frühlingshaften Temperaturen übernehme ich den Wagen gegen 09:00 Uhr beim Autohaus Beate Bredler-Völkel in Bad Vilbel. Eine Einweisung ist im Grunde nicht notwendig (O-Ton des Verkäufers „Da wissen Sie bestimmt mehr als ich“), das bestätige ich gerne und nehme erst einmal noch ein paar Einstellungen im Bordcomputer vor, die ich für mich als relevant während der Probefahrt sehe. Genügend Video-Tutorials vom Autohaus Sangl in Landsberg auf Youtube dazu habe ich mir ja zuvor angesehen.

Leider ist es zur Probefahrt nicht die PREMIUM-Version, die da auf dem Hof steht.

Es ist ein „Style“ in Marina-blue metallic. Daher kann ich keine Eindrücke zum Tot-Winkel-Assistent machen, wie gut die Parkpiepser nach vorne funktionieren und beurteilen, ob die beheizbaren bzw. belüftbaren Ledersitze ihren Aufpreis wert sind. Apropos Sitze: Auch die elektrische Memory-Funktion mit Ein-/Ausstiegsunterstützung der PREMIUM-Version kann mangels Vorhandensein nicht getestet werden.

 

QuickCheck

Exterieur

Der IONIQ ist eine fünftürige Fließhecklimousine und von den Außenmaßen entspricht er fast meinem heutigen Ampera. Beide sind rund 4,50 lang und messen nahezu identische Breite. Auch das zweigeteilte Rückfenster kenne ich bereits aus dem Ampera, von daher ist das für mich keine so große Umstellung. Da der IONIQ nicht nur optisch, sondern auch akustisch von außen wahrnehmbar ist, dank „Virtual Engine Sound System“ (VESS), möchte ich dazu auch noch knapp eingehen. Dieser Sound kann per Tastendruck deaktiviert werden, macht aber durchaus Sinn. Fußgänger/Passanten nehmen den Ton ein wenig als „spacig“ oder „unwirklich“ wahr. Ich selbst finde den sogar recht cool. Habe den selbst jetzt nicht mehr aufgenommen, sondern verweise dabei auf folgendes Kurzvideo.

Was am IONIQ auffällt: Im Front- und Heckbereich werden andere Kunststoffe (Tönung und Material) als im Fensterbereich verwendet.

Profilansicht Hyundai IONIQ electric

Profilansicht Hyundai IONIQ electric

IMG_4121

Frontansicht Hyundai IONIQ

Optisch ist das ein Bruch, wohl aber gewollt. Für mich sieht das eher etwas zusammengestückelt aus. Beim IONIQ haben alle drei Antriebsarten unterschiedliche Designmerkmale. Wohl am Wesentlichsten am Kühlergrill zu sehen. Der Kühlergrill beim electric, der eigentlich keiner ist, wirkt etwas lieblos.

IMG_4129

Radar und Logo IONIQ Front

Hinter dem nicht in 3D-wahrnehmbaren Frontlogo verbirgt sich das Radarsystem für den adaptiven Abstandsassistent. Das Logo wurde irgendwie hinter transparentem Kunststoff verpackt. Hyundai, das geht deutlich besser und hübscher! Ich möchte nicht wissen, nach wieviel Jahren dieses Plastiklogo gelblich einfärbt und damit die Fahrzeugfront zusätzlich verunstaltet. Abgesehen von der Nase des electric, macht ansonsten der Hyundai eine gute Figur und man hat den Eindruck, dass der Designer das Auto von hinten nach vorne designt hat und hinten noch so richtig motiviert war und vorne keine Lust mehr hatte.

Positiv hervorzuheben ist vor allem die Beleuchtung. Bei Einfahrten in Tunnels oder Tiefgaragen springt das automatische Abblendlicht sehr zügig an, die LED-Fahrscheinwerfer machen einen guten Dienst. Was wiederum optisch eher stört, zumindest mit Sicherheit hinten, sind die Blinker mit Glühfadenbirnen bestückt. Vorne konnte ich das nicht richtig feststellen. Bei ansonsten so viel Hightech für mich unverständlich.

 

Interieur

Das Interieur des IONIQ scheint auf einem guten Verarbeitungsniveau zu sein. Die Sitze mit Textilbezug sind durchschnittlich bequem und könnten für meinen Geschmack etwas mehr Seitenhalt bieten. Da bietet mein Ampera ein besseres Niveau. Oberhalb der Fensterlinie hat Hyundai wertig wirkenden, leicht strukturierten und aufgeschäumten Kunststoff verwendet. Unterhalb der Fensterlinie wird es wie bei vielen anderen Herstellern „unterirdisch“. Billig, wirkender grauer Kunststoff, der zudem auch noch recht kratzempfindlich ist. Die farblichen Akzente im Innenraum, so um die Lüftungsdüsen z.B. waren in weiß. Ich verstehe, dass bei allen bunten Außenlackfarben, (blau, orange, gelb) die Akzente weiß sind. Alle Grautöne, Schwarz und Weiß tragen kupferfarbene Elemente. Das Kupfer würde m.E. auch zu den bunten Lackfarben harmonieren.

Die Schaltkulisse in der Mittelkonsole lässt keine Wünsche offen. Es braucht keinen Gangwahlhebel mehr. P-ark, D-rive, N-eutral, R-everse. Fertig. Dann noch die Tasten für den Modus (Normal, Eco, Sport), mehr braucht es nicht.

IMG_4142

Ablageflächen sind genug vorhanden, im Style konnte ich allerdings nur zwei USB-Ports entdecken. Einer vorne unter den Armaturen, einer in der Mittelarmlehne, deren Auflage als Deckel für eine Aufbewahrungsbox dient und leider nicht verstellbar ist. Kann mir Hyundai erklären, warum nur der vordere USB zum Laden UND Verbinden mit dem MediaCenter taugt und der in der Mittelarmlehne nicht? Das hochauflösende 7-Zoll Fahrercockpit und das Infotainment mit seinem 8-Zoll Bildschirm, in der Armaturenbrettmitte, welche personalisierbar sind erlauben alle gewünschten Funktionen und Dienste auf einen Blick. Die Menüführungen sind intuitiv, die Funktionstasten machen einen wertigen Eindruck. Fazit: Man kann sich hier wohlfühlen, ist aber Geschmacksache. Die Innenraumbeleuchtung ist mit gelb leuchtenden Glühfadenbirnen versehen; Das passt nicht so ganz zur sonst modernen Anmutung. Das lässt sich aber bestimmt wie bei meinem jetzigen Ampera mit ein paar Handgriffen, mit LEDs und ein paar Euro Einsatz aufpeppen.

 

Komfort

-Fahrgeräusch-

Das erste, was mir nach Ausfahrt vom Autohaus auffällt ist, dass der Innenraum nicht besonders gut geräuschgedämmt ist. Klar, die Michelin Energy Saver die auf den 16-Zoll-Felgen montiert sind, waren noch kalt und neu. ABER: Diese habe ich zufälligerweise auf dem Ampera auch drauf, diese sind drei Jahre alt und haben so etwa 15 Tsd. Kilometer runter. Mit denen bin ich auch kurz vorher angereist.

IMG_4127

Das Abrollgeräusch der Reifen ist im Innenraum des IONIQ deutlich zu vernehmen, ab etwa Tempo 80-100 übertüncht das Fahrtwindgeräusch das Reifengeräusch. Das finden meine EV-sensiblen Ohren enttäuschend. Mag sein, dass Verbrenner-Fahrer so was erst gar nicht wahrnehmen, vor allen Dingen, weil Sie keinen Vergleich haben.

-Einstieg-

Der Einstieg, sowohl vorne, wie auch auf die hintere Sitzreihe ist akzeptabel.

Mit meinen 1,83 m Körperlänge habe ich mich beim Einstieg weder vorne noch auf den Rücksitzen gestoßen. Selbst die Kopffreiheit auf der Rücksitzbank ist für mich ausreichend. Die Sitzeinstellung für mich optimal belassen, habe ich hinten Platz genommen und muss mich nicht einmal reinfädeln. Somit auch ausreichend Kniefreiheit. Neben vielen Helferlein, die dem Autofahrer das Leben angenehmer und leichter machen ist auch noch die speziell für den „Driver only“-Einsatz anwendbare Klimaanlage zu erwähnen.

-Infotainment-

Das Infotainment, sowie das digitale Kombiinstrument lassen sich hervorragend auf die Bedürfnisse des Fahrers einrichten. Alle wesentliche Einstellungen und Informationen sind möglich. So lassen sich z.B. die Fahrmodi Eco, Normal und Sport speziell konfigurieren. Ein historischer Verlauf sowie der aktuelle Eco-Level sind abrufbar. Die Menüführung ist intuitiv, am meisten beeindruckt mich das Menü “EV“ mit dem man direkt aus der vorkonfigurierbaren Ladestationen-Übersicht eine ausgewählte Station per Navigation ansteuern kann. Das Navigationssystem mit seinen TomTom Live-Services macht einen sehr guten Dienst. Und das Beste dabei ist, das Hyundai für sieben Jahre die Aktualität der Karten sicherstellt.

-Konnektivität-

AppleCar-Play und Android Auto sind an Bord. Leider ist der WLAN-Hotspot nicht aktiviert. Die induktive, QI-Induktionsladefläche hat beim Windows Mobile Phone meines temporären Mitfahrers funktioniert; dazu ist mein iPhone 6 leider noch nicht in der Lage. Hoffentlich bringt Apple das iPhone 8 mit diesem Feature, denn nur um per Induktion zu laden, möchte ich mir keine QI-fähige klobige Hülle zulegen müssen. Dicker Minuspunkt: Für den IONIQ gibt es bis auf Weiteres leider keine Remote-App, über die man wesentliche Einstellungen und Zustände des Fahrzeuges vornehmen und prüfen kann. Das macht den IONIQ, was das Thema Remote-Zugriff zum Fahrzeug anbelangt OFFline. Beliebig! Nicht innovativ! Das Infinity-Soundsystem macht einen befriedigenden Job, vom Sitz bläst es mich aber nicht. Mehr Volumen und satte Klänge liefert mein derzeitiges Bose-Soundsystem im Ampera.

 

Fahrverhalten

-Beschleunigung-

Die 120 PS des IONIQ stehen erwartungsgemäß sofort zur Verfügung. Den Normalmodus habe ich nicht getestet, der Eco-Modus reicht aber für den Alltagsbetrieb völlig aus. Hier finde ich besonders erwähnenswert, dass beim Drücken des Gaspedals der Wagen sanft anrollt. Anders als beim Sport-Modus, wo das Ansprechen schon recht giftig wirkt. Summa summarum: Die Motorisierung ist völlig ausreichend und auf die Wagengröße und das Gewicht von gut 1,5 Tonnen passend zugeschnitten. Die Nennhöchstgeschwindigkeit ist mit gut 160 km/h dem Ampera gleich, sogar die Beschleunigung von auf dem Papier mit 9,9 Sekunden (im Sportmodus) zu den 9,5 Sekunden meines Amperas im Normalmodus entsprechend.

-Rekuperation-

Die Rekuperationsleistung ist gut. Man kann ja wie bereits erwähnt, die Fahrmodi vorkonfigurieren und entscheiden, ob grundsätzlich bei Eco Gleiten oder stärkeres Rekuperieren gewünscht ist. Dies lässt sich aber auch bei der Fahrt mit der linken Lenkradwippe verstärken und mit der Rechten reduzieren. Ein Rekuperieren bis zum Stillstand ist jedoch nicht möglich. Mit der Funktionstaste AUTO-Hold ist es möglich, den Wagen aus dem Stand zu halten, so dass er nicht anrollt. Aktiviert man diese nicht, rollt der Wagen automatiktypisch an.

-Übersichtlichkeit-

Wie bereits erwähnt, ist mir die unterdurchschnittliche Übersichtlichkeit des IONIQ aus dem Ampera vertraut. Allerdings habe ich den Eindruck, dass man durch die Heckscheibe noch weniger als beim Ampera sieht. Nach vorne, gerade weil man nach dem Armaturenbrett nicht weiter sieht, ist es dringend zu empfehlen, auf die PREMIUM-Version zurückzugreifen, da dort die Einparkhilfe vorhanden ist.

Die doch etwas pixelig wirkende Rückfahrkamera könnte besser sein.

 

Effizienz ,Reichweite und Stromverbrauch

Ich fahre im Testverlauf weder übertrieben sportlich noch zimperlich im „Schildkrötenmodus“. Mit einem Stromverbrauch von 15,7 kWh/100km bewegt sich die vom Bordcomputer errechnete Reichweite so um die 200 km. Der Stromverbrauch von 11,5 kWh/100km und NEFZ-Reichweite von 280 km sind meines Erachtens theoretischer Natur. Was dem Wagen definitiv zugute kommt, das sind zwei Dinge: Dies ist die strömungsgünstige Karosserieform mit einem Luftwiderstandwert von 0,24. Ich bin mir nicht sicher, aber der Ampera hat glaube ich 0,27 und einen reinen Stromverbrauch von 16,9 kWh/100 km. Daher sehe ich den „erfahrenen“ Praxiswert des IONIQ als realistisch. Natürlich wird sich das im Winter nochmals verschlechtern bzw. bei Temperaturen um 25 Grad verbessern.

Der zweite Punkt ist die Klimatisierung auf Wärmepumpentechnik, da hat Hyundai deutlich vorgelegt; diese scheint gemäß Bordanzeigen recht sparsam und direkt zu arbeiten. In Foren ist zu lesen, dass die Heizung im Winter nur etwa 0,3-0,4 kW verbraucht. Bei meinem Ampera, wo das Heizwasser für die Heizung erst mit einem Tauchsieder erhitzt werden muss, habe ich Heizleistungen von 0,5-1,0 kW beobachtet. Hier also klarer Pluspunkt für den IONIQ (ab Ausstattungsniveau Style).

 

Alltagsnutzen

-Kofferraum-

Der Kofferraum ist ordentlich. Im Vergleich zum Ampera nicht ganz so hoch, dafür aber aufgrund einer nicht so tiefen Ladekante bequemer zu beladen. Unter dem Zwischenboden befindet sich ein sinnvolles Ordnungssystem, wo auch z.B. explizit das Heckrollo untergebracht werden kann, wenn man dieses einmal nicht benötigt.

IMG_4119

Kofferraum mit Ladezubehör

IMG_4134

Ordnungselement unter dem Zwischenboden

 

– Assistenzsysteme-

Der Stromer hat viele kleine Helferlein an Bord, aber mit großer Wirkung. Drei Dinge möchte ich hier herausgreifen. Die beiden Assistenten konfiguriere ich zunächst im Bordcomputer so, wie ich sie haben will. Der autonome Notbremsassistent mit Frontkollisionswarner wird als sehr früh „anschlagend“ konfiguriert. Im Nachgang erweist sich dies auch gut so, denn bei etwa 120 km/h auf der Autobahn überholt mich ein Kleintransporter und setzte sich direkt vor mich hin und bremste so stark ab, dass der Bremsassistent eingreift. Sehr gut gelöst!

Was mir aber noch besser gefällt, ist die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung und Stopp-Funktion. Auf der Autobahn, auf Bundes- und Kreisstraßen sowie im innerstädtischen Bereich finde ich den Assistenten sehr hilfreich. Es wird eine voreingestellte Geschwindigkeit (Cruise-Limit) gehalten und am vorausfahrenden Verkehr orientiert. Bis zu 5 Sekunden nach einem Zwischenstopp fährt der IONIQ selbst wieder an. Ist mehr Zeit verstrichen, z.B. an einer Ampelphase, dann tippt man das Gaspedal an und es geht weiter! Auch der Spurhalte-Assistent ist gerade bei längeren, ermüdenden Fahrten auf Autobahnen zu empfehlen!

– Aufladen-

Um mehr Zeit für die Probefahrt zu haben, ich möchte den Wagen allerdings auch mal Testweise an ein bis zwei Schnellladern testen, beschränke ich mich auf CCS-Schnelladen mit 20 kW bei Aldi-Süd und mit 50 kW bei den Offenbacher Stadtwerken, dort im Betriebshof der Verkehrsbetriebe. Was mich wundert ist, dass der IONIQ selbst nur bis 94% der Akkukapazität lädt und dann beendet. Und das sogar beide Male. Das verstehe ich nicht.

CCS-Laden bei Aldi-Süd

CCS-Laden bei Aldi-Süd

Der DC-Schnelllader soll mit Ladeleistungen seitens Säulenbetreiber von bis zu 100 kW auskommen können.

Wechselstrom (AC) kann der IONIQ mit bis zu 6,6 kW einphasig laden. Im heimischen Umfeld wird es auf eine maximal zulässige Ladeleistung von 4,6 kW hinauslaufen, da dies von den Netzbetreibern als kritische Marke gesehen wird. Jetzt scheiden sich die Geister, warum nicht auch beim Wechselstromladen gleich dreiphasiges Laden ermöglicht wurde, mit 11 bzw. 22 kW. Das vom Hersteller/Importeur beigelegte Ladeequipment umfasst ein ICCB-Notladekabel für Schuko und ein Typ 2 Mode 3-Ladekabel, was auf 20 A abgesichert ist und damit eine Ladestärke mit 4,6 kW ermöglicht. Das sollte bei der Akkugröße auch genügen, zumindest über Nacht ist die Batterie wieder gefüllt.

 

Qualität

Die Verarbeitung ist, wie man das von Japanern/Koreanern kennt, auf hohem Niveau. Hier sei ein Zitat von Martin Winterkorn, umstrittener ex-VW-Vorstandsvorsitzender im Hyundai i40 sitzend zitiert: „Da scheppert nix!“. Jedoch finde ich, dass das eine oder andere Material einer qualitativen Revision unterzogen gehört (Kunststoffe im Innenraum unten).

 

Gesamteindruck

Wie lässt sich der Gesamteindruck zusammenfassen?

Hier ist Hyundai mit dem IONIQ electric ein gutes und effizientes Elektroauto gelungen. Innen wie außen kommt der Wagen recht unaufgeregt daher. Designtechnisch von vorne Geschmacksache. Er ist solide verarbeitet, hat viele sinnvolle Assistenzsysteme an Bord und lässt sich speziell auf die Kundenanforderungen konfigurieren.

Dennoch wie ich finde, hätte der Hersteller im IONIQ gegen Aufpreis eine Möglichkeit zur Dreiphasenladung anbieten können. Gerade mit Blick auf das erst entstehende DC-Schnellladenetz und die Möglichkeiten einer Dreiphasenladung im öffentlichen und privaten Bereich, leider nicht nachvollziehbar. Vor allem mit der noch recht kleinen Traktionsbatterie ein wichtiges Thema, denn diese ist mir persönlich noch zu klein. Soweit ich mich recht erinnere, hat Hyundai bereits für 2018/2019 eine Batterievergrößerung angekündigt. Aber gerade dann muss sich Hyundai mit Tesla, Opel, Nissan &Co. messen lassen, die dann ebenfalls deutlich reichweitenstärkere Batteriemodelle anbieten.

Ein weiterer Punkt, der mir leider nicht so gefallen hat ist, dass es prinzipiell für den Remote-Zugriff keine Lösung gibt. Mit Blick in die Zukunft, einer „Überall erreichbar Gesellschaft“, die alles jederzeit im Zugriff haben will, muss Hyundai auf jeden Fall noch was liefern, damit auch die vernetzungs- und technikaffinen Interessenten angesprochen werden.

Wenn also beim Thema Konnektivität und Reichweite von Hyundai deutlich nachgegelegt wird, wäre der IONIQ electric ein denkbarer Nachfolger für meinen Ampera.

Neben den Assistenzsystemen, die ich heute leider, leider im Ampera auch nicht habe, ebenso keine Remote-App, ist mir die reine elektrische Reichweite des IONIQ leider noch als Ausschlusskriterium zu gering. Gäbe es eine Traktionsbatterie mit 45-50 kWh Speicherkapazität wäre ich fast dabei. Beim Ampera hilft mir überregional, wenn auch noch fossil, der Reichweitenverlängerer.

Auch mein zukünftiges, rein elektrisches Auto muss Erstwagenqualitäten(*) besitzen und mich quer durch Nord-, Süd- und Westeuropa bringen können. Daher werde ich meinen Ampera erst einmal weiter genießen und weiter Ausschau halten.


 

(*) bei moderater Fahrweise im Sommer im Praxiseinsatz mindestens 350-400 Kilometer pro Ladung, im Winter mindestens 250-300 Kilometer.


Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

3 Gedanken zu “Hyundai IONIQ electric im QuickCheck

  • Andres Fuente (Fufu)

    Hallo Matthias, ich konnte ihn zwar noch nicht fahren aber stimme was die Optik angeht voll mit dir überein.Bei einer Ausstellung bin ich drin gesessen und muß sagen, gut gemacht.
    Was allerdings ein absolutes Ko Kriterium ist ,ist diese Front was für ein Graus.Geht nicht und wenn alles noch so super wäre.
    Gruß Andi

  • Mark Wasmer

    Hi Matthias,

    Danke für diesen schönen Artikel. Stellt sich für mich ebenso dar:

    Der Nachfolger meines Prius 2 von 2006 sollte
    – unbedingt ein Remote-App für Lade-Management und Heizung bieten
    – Batterie mit 45kWh aufwärts
    – ähnlich flexibel nutzbaren Innen- und vor allem Koffer-raum
    – und natürlich über ein Jahrzehnt weg ebenso perfekt Fehlerfrei funktionieren 😉

    Ein Tesla 3 ist zwar vorbestellt, wäre aber irgendwo „too much“. Vor allem aber ist schade, dass der Kofferraum als Stufenheck nicht anständig nutzbar ist…

    Grüsse, Mark

    • mainhattan (Admin) Beitragsautor

      Hallo Mark,
      ein modernes Elektrofahrzeug muss vernetzbar sein, daran führt kein Weg vorbei. Ein Model 3 habe ich auch vorbestellt, bereits vor dem „unveiling“. Jetzt wird es interessant, was man an Auto für sein Geld bekommt. Bisher ist die Informationslage spärlich, ein „Nur-Centerdisplay“ und kein AWD sind schon recht dürftig. Es bleibt recht spannend. Habe den AMPERA-e schon fahren dürfen, der Bericht folgt erst zum 21./22.04.17. Ist mit Opel so vereinbart 😉