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„Auf das langfristige Wachstumspotential schauen – mit sauberem Gewissen“


Das Thema E-Mobilität als Zukunftsmarkt, der sich (unausweichlich) entfalten wird, ist in aller Munde.

Natürlich gibt es noch einige offene Fragen (z.B. bzgl. der Technologien, die sich durchsetzen werden…und mithin der Unternehmen, die Anlagechancen bieten).

Die derzeit am Boden liegenden Preise für das Öl und Gas gelten derzeit nicht gerade als Zündstoff für die Verbreitung der Elektromobilität.

Aber eines ist sicher: Das Öl ist endlich. Das Öl verschmutzt die Umwelt und belastet das Klima. Es ist Zeit zu handeln. Jetzt.

Im nachfolgenden Artikel („UNTER STROM“ , CONSORSBANK MAGAZIN, Ausgabe 01/2016)  wurde ich zitiert, dass es eben „nicht nur“ um das reine Elektroauto an sich geht, sondern jeder seinen Beitrag leisten kann; auch als Anleger.

Salopp ausgedrückt, getreu der Indianer Weisheit: „Wenn Dein Pferd tot ist, steig ab“.


 

UNTER STROM

Noch kommt die E-Mobilität in Deutschland eher schleppend in Fahrt. Doch Experten sind überzeugt, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Ein Bewusstseinswandel scheint unausweichlich.

schild lr steckdose tankstelle IBessere Batterien und Serienstart für die Brennstoffzelle, neue Ladetechniken und staatliche Förderung in Deutschland: Es gibt durchaus gute Nachrichten für die Elektromobilität in der Bundesrepublik. Das ist auch dringend nötig. Denn von dem im August 2009 im Rahmen des „Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität“ ausgegebenen Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge mit E-Antrieb auf Deutschlands Straßen zu bringen, ist man noch weit entfernt.
Kritiker halten der Bundesregierung vor, derzeit spielten Elektroautos in Deutschland noch kaum eine Rolle. Doch das ist auch eine Frage der Definition – und es macht zugleich die Vielschichtigkeit des Themas deutlich. Neben reinen Elektroautos, die ihre Energie in einer Batterie mitführen, gibt es nämlich auch solche mit Hybridantrieben, bei denen verschiedene Technologien kombiniert werden. Und im Fahrzeugbestand lassen sich bei beiden deutliche Aufwärtsbewegungen erkennen. In einer Studie vom März 2015 kommen die Experten der Deutschen Bank zu dem Schluss, dass in den kommenden fünf Jahren immer mehr E-Fahrzeuge zu den gleichen Kosten zu betreiben sein werden wie konventionelle Dieselautos. Zu Anfang des nächsten Jahrzehnts würden sie in dieser Hinsicht dann auch Benziner einholen. Für die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen könnte dies der Wendepunkt sein.

Eine Frage des Blickwinkels

Ein Mentalitätswandel scheint dennoch vonnöten. Das denkt auch Matthias Peter, ein Kunde der Consorsbank: „Für mich war eigentlich schon lange klar, dass etwas getan werden muss“, meint IMG_0703Peter im Hinblick auf schwindende Ressourcen aus fossilen Energieträgern. Nachhaltiger Wandel brauche natürlich Zeit. „Das muss ich auch als Anleger berücksichtigen“, betont Peter. Jeder könne einen Beitrag leisten, ob als Fahrzeugbesitzer oder als Anleger. „Ich bin überzeugt, dass man nicht bloß auf die kurzfristige Rendite, sondern auf das langfristige Wachstumspotential schauen muss – mit sauberem Gewissen.“

Viele Branchen partizipieren

Bei der weiteren Entwicklung der E-Mobilität werden Innovationen bei Antriebs- und Energiespeichertechnik mit neuen Impulsen für Infrastruktur und Automatisierung Hand in Hand gehen müssen. An der Entwicklung der E-Mobilität partizipieren entsprechend viele Branchen: Batterie- und Motorhersteller beispielsweise oder auch Energiekonzerne. Zudem muss die Infrastruktur aufgebaut werden, wovon etwa Anbieter von Ladestationen profitieren. So sollen bis 2018 rund 400 Autobahnraststätten von Tank & Rast mit Schnellladestationen ausgestattet werden und damit das größte zusammenhängende Netz von Schnellladesäulen in Deutschland entstehen.

Zu denjenigen, die sich ein positives Geschäft erhoffen, gehören natürlich besonders die Autoproduzenten. Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW ist das Thema in der Branche nochmals in den Vordergrund gerückt. Impulse gibt aber auch der Wettbewerbsdruck aus dem Ausland. „Kein traditioneller Hersteller kann es sich leisten, den technologischen Fortschritt zu ignorieren“, denkt Christian Peters, Anlagestratege der Consorsbank. „Es ist aber noch nicht ausgemacht, welcher alternative Antrieb sich am Ende durchsetzen wird.“

Geschäftskunden im Fokus

Tatsächlich öffnet sich das Feld derzeit: Die ersten Brennstoffzellenautos, die ihre elektrische Energie aus Wasserstoff gewinnen, kommen als Serienmodelle auf den Markt. Und im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge beginnt in Deutschland bald die erste Erprobung von Lastwagen, die auf der Autobahn unter Oberleitung fahren – so wie es die Eisenbahn seit hundert Jahren vormacht. Überhaupt blickt die Branche zurzeit mit großen Hoffnungen auf den Bereich der geschäftlich genutzten Fahrzeuge. „Es ist extrem wichtig, dass wir nicht nur die privat genutzten E-Autos betrachten“, betont Guido Weißmann. Der promovierte Physiker ist für den Bereich Technik der Projektleitstelle „Schaufenster Elektromobilität Bayern-Sachsen“ der Bayerischen Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer verantwortlich. „Die Flotten werden eine Vorreiterrolle haben, denn im Wirtschaftsverkehr mit seinen höheren Fahrleistungen machen sich die niedrigen Treibstoffkosten und die Verschleißarmut des E-Fahrzeugs besonders deutlich bemerkbar.“

Der Einschätzung geben auch die Marktforscher von IDTechEx Recht, die E-Mobilität als „Megatrend“ der kommenden Jahre sehen: Noch blicken den Experten zufolge die meisten auf elektrische Personen­wagen für die private Nutzung. Doch den Löwenanteil des Wachstums werden nach ihrer Erwartung Groß- und Geschäftskunden ausmachen. Den Impuls greift auch ein Online-Tool auf, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde: Damit können Flottenbetreiber berechnen, ab wann sich der Umstieg auf elektrische Fahrzeuge lohnt. Dabei haben die Forscher nicht nur klassische Unternehmensflotten im Blick, sondern auch die wachsenden Fuhrparks von Carsharing-Unternehmen. Denn deren Angebote werden immer stärker nachgefragt und beflügeln die Durchsetzung von elektrischem Fahren.

Wenn es um die künftige Entwicklung geht, lohnt zudem auch der Blick über den Tellerrand der Automobilwelt hinaus. Denn die weltweit besonders präsenten E-Fahrzeuge sind derzeit nicht etwa Autos, sondern Fahrräder. Das E-Bike ist nach Einschätzung von Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, bereits heute das erfolgreichste Elektrofahrzeug in der Europäischen Union. Bosch ist nach eigenen Angaben  europäischer Marktführer für E-Bike-Systeme. Für die gesamte E-Mobilität sieht Denner das E-Bike als einen wichtigen  Wegbereiter.

Langfristiger Horizont notwendig

Economic graph chart and eco or ecological development concept as a group of trees coming together in the shape of an arrow pointing upwards as a success metaphor for profits and growth.

E-Mobilität ist ein Zukunftsthema. Welche Unternehmen den Trend besonders erfolgreich nutzen werden, bleibt vorerst offen. „Es gibt aktuell nur wenige bekannte und investierbare reine E-Mobility-Firmen“, stellt Anlagefachmann Peters fest. „Ein prominentes Beispiel ist natürlich der amerikanische Autobauer Tesla.“ Kleinere Start-ups aus dem Segment seien hingegen oft gar nicht börsennotiert. „Ein Investment in einzelne Aktien birgt natürlich das Risiko, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.“

Eine Alternative ist das Investment in spezielle Fonds, die nach ökologischen Prinzipien investieren, oder in Unternehmen, die zum Klimaschutz beitragen. „Bei den breit aufgestellten Fonds steht dann oft auch das Thema nachhaltige Mobilität mit im Fokus.“


Disclaimer: Dieser Artikel dient lediglich Ihrer ­Information und der Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung. Die Informationen stellen keine konkrete Anlageempfehlung dar. Wenn Sie weitere Informationen zu Finanzprodukten wünschen, setzen Sie sich mit einem Bera­ter der Consorsbank in Verbindung. Der Artikel im CONSORSBANK MAGAZIN, Ausgabe 1/2016, kann hier im Originaldruck nachgelesen werden.

Bildrechte in diesem Beitrag auf dieser Seite: © Matthias Peter

 

 

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