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Augen auf bei EV-Kauf: Alltagsnutzen wie Batteriegröße, Ladedauer- und stärke, verfügbare Steckernormen abwägen 1


Die Umweltprämie ist endlich Realität! Wer sich nun von den Kaufanreizen einzelner Hersteller, es gäbe noch mehr Bonus, Prämie usw. auf den Fahrzeugneuerwerb, als das was seitens der Regierung angeboten wird blenden lässt, könnte unter Umständen doch eher enttäuscht werden.
Reine Verbrauchsangaben (kW/100km) oder Batteriegrößen (Reichweiten-km) sind bei einem Elektroauto erstmal interessant zu erfahren.
Wer sich jedoch mit dem Alltagsnutzen hinsichtlich Kurzstrecken-, Mittel- und Langstreckenprofile beschäftigt, stellt sich die Frage einerseits, wie weit er mit einer Batterieladung zwar kommt.
Mindestens so interessant sollte aber sein, wie schnell ein Fahrzeug beim AC- und DC-Laden in der Lage ist, den ladebaren Batteriezustand „SoC“ (State of Charge) zu befüllen.
Einmal auf die Verbrennerfahrzeuge reduziert:
Ein Fahrzeug, welches einen 80 Liter-Tank vorhält und mit einem Strohhalm befüllt werden müsste, geniesst nicht den gleichen Praxisnutzen wie ein Fahrzeug mit einem 40 Liter-Tank, welches mit einer gartenschlauchgroßen Tankpistole in einer Minute betankt werden kann.
Das heißt im Klartext, folgende Fragen sollten beantwortet werden können:
  • Wie werde ich mein Fahrzeug künftig einsetzen? Im Stadtverkehr? Urbane Ballungsräume? Regional oder Fernstrecke?
  • Wie lange sind meine üblichen Standzeiten und wo? Zu Hause? Am Arbeitsplatz? Öffentlich?
  • Wie schnell kann ich das Fahrzeug mit Wechselstrom/Drehstrom (AC) aufladen? Z.B. 3,7/7,4/11,0/22,0 kW p. Stunde?
  • Einphasig oder dreiphasig?
  • Was sind meine Anforderungen an die Lade- und Haustechnik zu hause und unterwegs?
  • Wie schnell kann ich das Fahrzeug mit Gleichstrom (DC)  an (halb-)öffentlichen Ladestationen aufladen? Z.B. 20,0/50,0/100,0 kW p. Stunde?
  • Welche Steckernormen fahrzeugseitig werden unterstützt? Typ 1, Typ 2, CCS oder ChaDemo?

Leider sind nach meiner Auffassung die Fahrzeughersteller an dieser Stelle noch nicht transparent genug. Schön zu erfahren, dass eine Batterie 200, 300 oder gar 500 Kilometer Reichweitenkapazität hat. Genauso transparent sollte aber auch sein, in welcher Ladezeit und mit welchen technischen Anforderungen dies bewerkstelligt werden kann.

Hier sollte auch bei zukünftigen Fahrzeugvergleichen ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden.
Gerade im Hinblick auf die für 2017/2018 avisierten Modelle der 60 kWh-Batterieklasse, wie z.B. dem Opel Ampera-e, Tesla Model 3, Nissan Leaf etc. werden diese als langstreckentaugliche Fahrzeuge beworben werden. Und zwar deswegen, weil ja die Batterie genügend Reichweite bieten würde. Wenn aber zum „Betanken“ dann exotische Technik, langsame Onbord-Ladegeräte und/oder mangelnde Infrastruktur zum Tragen kommen, relativiert sich der Langstreckennutzen erheblich.
Also liebe OEMs, Transparenz ist hier gefragt! Damit der Kunde dann nach Kauf nicht frustriert sein wird.

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