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Kauf eines Elektroautos: Damit die Wahl nicht zur Qual wird. 2


Du trägst Dich ernsthaft mit dem Gedanken, vom Benzin- oder Dieselauto auf ein Elektroauto umzusatteln?

Gratulation zu dieser Entscheidung!

Und endlich ist es soweit: Seit Anfang Juli kann man über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, den sogenannten „Umweltbonus“ beantragen.

Damit lässt sich der immer noch höhere Kaufpreis von reinelektrischen und teilelektrischen Fahrzeugen merklich senken. Einige Fahrzeughersteller und Importeure haben sich bereiterklärt, den herstellerseitigen Prämienanteil mitzutragen, so dass der Käufer auch tatsächlich den staatlichen Förderanteil erhält. Manche Hersteller haben sogar einen zusätzlichen Anreiz geboten, den ich aber hier nicht weiter verfolgen möchte.

Ein Autokauf ist nach wie vor neben rein sachlichen Argumenten eine emotionale Entscheidung. Gefällt mir das Fahrzeug? Ist die Karosserieform das, was ich brauche? Ist eine Limousine, ein fünftüriges Schrägheck, ein Kombi, ein Crossover oder ein Van das Richtige für mich? Diese Entscheidung muss jeder individuell für sich selbst beantworten können. Das hat mit der Antriebsform Elektromobil zu sein auch wenig zu tun.

Womit ich in meinem Beitrag vielmehr anregen möchte ist ein ganz andere Beweggrund für die Wahl des richtigen, individuell passenden Fahrzeugs.

Nahezu bei jedem Plausch, wenn ich mit kritischen und (noch) überzeugten Verbrenner-Autofahrern ins Gespräch komme, sind im Grunde genommen zwei wesentliche Fragestellungen die Häufigsten, weshalb noch immer keine richtige Bereitschaft zum Umdenken und Umstieg gegeben ist:

  • Wie weit komme ich da mit einer Ladung?
  • Wie lange dauert es, bis die Batterie voll ist?

In einem Punkt sind sich Presse und erfahrene Nutzer mindestens einig: Dass die herstellerseitig angegebenen NEFZ-Reichweiten und Verbrauchsangaben (losgelöst davon, ob EV oder Verbrenner) im Alltag oftmals nicht eingehalten werden können und um rund 20-30% von dem abweichen, was in der Werbung versprochen wird.

Daher ist es meines Erachtens umso wichtiger, dass das Gesamtkonzept an Technik des Fahrzeuges, der Ladeinfrastruktur zuhause und unterwegs, sowie der Ladegeschwindigkeit stimmig ist.

Wie in einem Vorgängerbeitrag von mir bereits dargelegt, sollte bei genauester Betrachtung der Enttäuschungsfaktor so gering wie möglich gehalten werden, wenn man sich als potentiell angehender „Elektronaut“ mit der Anschaffung beschäftigt.

Im Folgenden stelle ich nochmals die relevanten Fragen zusammen, die sich jedermann*frau stellen sollte.

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Infrastruktur zuhause:

1. Habe ich zuhause eine Lademöglichkeit? Ist das eine einfache Steckdose? Kann die einfache Leitung von einphasiger Spannung zu einer dreiphasigen Spannung mit höherer Stromstärke angepasst werden?

2. Oder muss ich mir zunächst eine passende Leitung legen lassen?

3. Bin ich Mieter oder Eigentümer mit Stellplatz oder Garage?

4. Muss ich als Laternenparker in der Grossstadt auf öffentliche Ladepunkte zurückgreifen?

 

Infrastruktur unterwegs:

5. Habe ich die Möglichkeit, einem Fahrzeug entsprechende  Lademöglichkeit zu nutzen?

6. Genügt mir die Lademöglichkeit während meiner Ladepause für die Weiterfahrt?

7. Kann ich oder muss ich bei meinen regelmässigen Wegstrecken, z.B. beim Arbeitgeber zwischenladen?

 

Technik des Fahrzeugs:

7. Kann mein Fahrzeug neben einphasig Wechselstrom-Standardladen auch dreiphasigen Wechselstrom nutzen?

8. Hat mein Elektroauto auch eine Schnelllademöglichkeit für unterwegs, i.d.R. als Gleichstrom bezeichnet und den passenden Anschluss wie CCS (combined charging system) oder CHAdeMO (CHARGE de MOVE) dazu?

9. Welche Leistung hat das im Fahrzeug verbaute Ladegerät und wie lange benötigt das Fahrzeug zur Betankung der benötigten Strommenge für die nächste Etappe?

 

Gerade durch konkrete Überlegungen zu den obigen Fragestellungen ließen sich spätere Frustrationen vermeiden. Mit Blick auf zukünftige Neuerscheinungen und Fahrzeugvergleiche in der Presse und auf Portalen wünsche ich mir, dass neben der reinen Batteriegröße, Alltagsreichweite und Ladedauer auch die erzielbaren Reichweitenkilometer z.B. auf Basis je geladener 15 Minuten bei Gleichstrom und 60 Minuten bei Wechselstrom angegeben werden. Wichtig ist also dabei, der zukünftige Besitzer erkennt sinnbildlich von vorneherein, ob er sein Fahrzeug vergleichbar mit einem Strohhalm oder einem Feuerwehrschlauch betanken kann.

Darüber hinaus sind Angaben der verwendeten Ladeports sehr wichtig. Bildlich vergleichbar mit einem Verbrenner: Autohersteller A lässt nur den Sprit der Tankstellenkette Y zu und Autohersteller B lässt nur den Sprit der Tankstellenkette Z zu. Wer würde sich z.B. (vorausgesetzt er will ein Verbrennerfahrzeug), ein Auto kaufen, wo er nur bei Aral oder Esso oder Shell tanken kann?!

Als eine Idee kam mir zu obigen Aspekten, das Ganze einfach in eine Bewertungsmatrix einfließen zu lassen.

Übersicht Arbeitsblätter

Übersicht Arbeitsblätter

Hier findest Du eine Anleitung, die Bewertungsmatrix sowie ein Muster.

Bewertungsmatrix

Bewertungsmatrix

 

Anleitung

Anleitung

 

Beispiel

Beispiel

Damit Du bei Interesse diese Matrix nicht nachbauen brauchst, mit Klick auf den folgenden Link  kannst Du Dir die Bewertungsmatrix_EAuto herunterladen und nach eigenem Belieben anpassen.

Und nun wünsche ich Dir gute, neue Erkenntnisse und viel Erfolg bei Deiner zukünftigen Fahrzeugwahl!


Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Blogparade Elektromobilität 2016.


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