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Spannungsfeld #Elektroauto: Faktoren Budget I Qualität I Zeit 1


Die Reichweite von Elektroautos ist ein heiß diskutiertes Thema. In diesem Zusammenhang werden jedesmal die Ladedauer und Anschaffungskosten bzw. aus Herstellersicht die Produktionskosten der Batterien genannt. Letztlich endet die Diskussion im „Henne-Ei Dilemma“ – will heißen, dass ein gewichtiger Aspekt eben auch die Lade-Infrastruktur darstellt. Ein Interpretationsansatz.

Kritiker werfen den Automobilherstellern (zurecht) vor, sie würden mit ihrer angelaufenen Elektroauto-Produktion nur scheinheilige „Compliance Cars“, zur Senkung des Flottenverbrauchs auf den Markt werfen. Anderen wird unterstellt, es seien reine Prestige-Fahrzeuge, welche sich der Normalverdiener nicht leisten könne.

Aber was ist daran richtig und was nicht?

Ein Richtig und ein Falsch gibt es meiner Meinung nach nicht. Wie bei jedem, beliebigen Produkt, wird im Spannungsfeld der Erfolg von drei Faktoren, welche über dessen Zukunftsfähigkeit, der Erfüllung der Käuferseite am Markt und dessen Zufriedenheit entscheidet, bestimmt.

Diese drei Faktoren heißen Budget I Qualität I Zeit.

Bildschirmfoto 2016-09-04 um 13.38.45Budget

Unter Budget werden die Faktoren Batteriegröße und Batteriekosten verstanden. Die Frage lautet: Wieviel Energie kann absolut in einem Ladezyklus von Minimal- auf Maximalladezustand geladen werden?

Qualität

Unter  Qualität werden die Faktoren Reichweite und Infrastruktur subsummiert. Darunter wird nicht die Verarbeitungsqualität verstanden, sondern inwiefern erfüllt das Fahrzeug qualitativ die Anforderungen des Nutzers, unabhängig von absoluter Batteriegröße und Ladedauer das Fahrzeug bewegen zu können. Die Frage lautet: Kommt man mit dem Fahrzeug barrierefrei von A nach B?

Zeit

Unter Zeit wird der Faktor Ladedauer verstanden. Die Frage lautet: Welche Zeit muss aufgewendet werden, um x-km Reichweitenkilometer in die Batterie zu laden?

 

Herr Matthias Müller, Vorstand von Volkswagen hat sich zuletzt auch zu diesem Beziehungsfeld der Einflussfaktoren geäußert. Für Ihn sind nach Angaben der Seite futurezone.at weniger Batteriekosten ein entscheidender Faktor; sondern vielmehr sei die Reichweite und das Ladeinfrastrukturnetz maßgeblich. Daraus lautet meine Schlussfolgerung, dass ihm die Reichweite und die Infrastruktur am Wichtigsten sind. Wobei hier Reichweite nicht weiter klar abgegrenzt wird, handelt es sich hier um die Batteriegröße oder um die Ladedauer? Der Hinweis, es sei nicht entscheidend, wie teuer die Batterie wäre lässt mutmaßen: VW wird in Zukunft eher großvolumige Batterien verbauen wollen. Denn nur so wird in meinem Dreieck der Faktor Qualität erreicht.

Wenn also an ein oder zwei Faktoren des Beziehungsfeldes Bewegungen entstehen, seien es Minimierungen oder Maximierungen, wird dies Einfluss auf die übrigen Faktoren haben. In der Abbildung unten ist z.B. die Annahme, dass die Ladedauer sich durch langsames Laden wesentlich verschlechtert. Damit ergeben sich Auswirkungen auf den Faktor Qualität: Die Reichweite des Ladezyklus (km je Ladezeit) verschlechtert sich. Die Folge: die Lade-Infrastruktur wird länger belegt.

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Beispiel Tesla

Tesla Motors baut in seine Modelle S und X großvolumige Batterien (Faktor Budget) ein. Diese sind ein wesentlicher Anteil an den gesamten Produktionskosten des Elektroautos. Auch die Leistungselektronik im Fahrzeug (Faktor Zeit) ist auf superschnelles Laden an den firmeneigenen Tesla Super-Chargern (Faktor Qualität) abgestimmt. Alle drei Faktoren sind damit sehr ausgeprägt und haben nach meiner Ansicht kein Ungleichgewicht. Dies zeigt auch die hohe Begeisterung und Zufriedenheitswerte der Tesla-Fahrzeugbesitzer.

Der Mix der Leistungs – und Begeisterungsmerkmale muss also stimmig sein. Das hat Tesla geschafft. Allerdings mit dem faden Nachgeschmack, dass die Fahrzeuge tatsächlich nicht für jedermann erreichbar sind. Das angekündigte Model 3 wird es hoffentlich dann richten. Der Erfolg gibt Elon Musk jedoch recht: Der Mix der positiven Eigenschaften muss stimmig sein. Sonst bleibt ein Elektrofahrzeug, sei es in einzelnen Disziplinen noch so herausragend, im Vergleich zum Wettbewerb, ein Nischenprodukt.

Bleibt nur zu wünschen, dass z.B. Opel mit dem AMPERA-e ,oder andere Hersteller mit nachfolgenden Modellen eine gute Balance in diesem Spannungsfeld finden. Es mag zwar hart klingen, aber wenn ein Fahrzeug auf einem Markt erfolgreich sein soll, muss es die dortigen Rahmenbedingungen erfüllen.


Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Blogparade Elektromobilität 2016.


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