OnStar ab 31.12.2020: Der „On“line“Star“ stürzt vom Himmel. Oder wie man treue Kunden vor den Kopf stößt.

 

 

Hallo, liebe Leser,

heute dreht sich es ausnahmsweise mal nicht exklusiv um meinen Elektroflitzer.

Sondern um einen Umstand, der mir und vielen anderen Opel-Kunden seit dem 08. Mai 2018 auf dem Magen liegt.

OnStar Europe schreibt alle seine Abonnenten mit folgendem Schreiben an und kündigt darin an, dass OnStar ab dem 31.12.2020 nicht mehr zur Verfügung steht:

 

 

Opel sieht sich dann doch einen Tag später veranlasst, Stellungnahme zu beziehen. In der Stellungnahme und darüber hinaus lässt Opel keine Gelegenheit aus, auf seine neuen Connecting Services zu verweisen.

Das ist zwar recht und schön, hilft aber den tausenden Bestandsbesitzern teils junger und neuwertiger Opel-Fahrzeuge nicht darüber hinweg, dass ihnen ein wesentliches Ausstattungsmerkmal entfernt werden soll, wofür sie beim Fahrzeugerwerb bezahlt haben.

 

 

Neukunden wollen sich entscheiden oder jahrelangen Bestandskunden haben sich wegen der Online Konnektivität (wie auch Kommentare zu meiner Petition zeigen) für einen Opel entschieden. Und nun stößt man sie schlicht vor den Kopf.

Ich habe meinen AMPERA-e im November 2017 gekauft. Da war Opel-intern bereits klar (dort wird ja immer „klar“ nach innen und außen kommuniziert, sagt man), dass OnStar unter die Räder kommt. Gegenüber Kunden und Interessenten ist jedoch keinerlei Kommunikation erfolgt. Achso, ich vergesse: Kommunikation ist immer dann „klar“, wenn sie ausschließlich zum Vorteil oder der Schadensminderung zu Gunsten von Opel selbst ist. Glückwunsch Opel. Ich hätte mir schon im November Klarheit darüber erhofft.

Der AMPERA-e ist ein tolles Auto mit dickem Akku, keine Frage, wenngleich die Innenverarbeitung nicht meinem Qualitätsanspruch an ein gut 40.000 Euro teueres Fahrzeug der Kompaktklasse entspricht. Aber mit einer der Hauptgründe, weshalb ich mich nicht für den Hyundai Ioniq entschieden habe, ist, dass der Opel eben vernetzt ist, und einen guten WiFi-Hotspot anbietet und Fernbefehle gesendet werden können.

Bei dem ganzen Thema OnStar muss man unterscheiden:

  • OnStar ist ein Assistance-Service
  • OnStar ist gekoppelt mit einem WiFi 4G/LTE-Modul
  • OnStar ist Grundlage für die myOpel-App, mit der Remote-Zugriff kann auf Fahrzeugdaten zugegriffen werden,  Ferndiagnosen und Fernbefehle wie terminiertes Vorheizen, Laden etc. gestartet werden.

Auf den Assistance-Service kann ich verzichten, wenngleich ich diesen noch in diesem Sommer in Norwegen benötigen werde. Aber die WiFi Konnektivität sowie die my Opel App sind ein Muss!

Vor gut zwei Wochen hatte ich eine kurz laufende Online-Umfrage gestartet. Der Teilnehmerkreis ist zwar nicht groß, aber die Verteilung zeigt:

  • 71% der Nutzer erwarten eine Lösung bzw. einen Workaround
  • 29% der Nutzer werden sich (aus diesem und anderen Gründen) von Opel verabschieden

 

 

Ein anderer Nutzer auf Twitter bringt es in einem Satz auf den Punkt:

 

 

Das Vertrauen, was ich Opel nach dem einen oder anderen Ärgernis mit dem Ampera hatte, nochmal schenkte, indem ich den AMPERA-e gekauft habe, wird jetzt leider wieder einmal auf’s Spiel gesetzt. Noch ist nicht aller Tage Abend, hat mich sinngemäß ein nicht namentlich genannter Opel-Mitarbeiter  wissen lassen.

Schade, dass der wünschenswerte Turnaround von Opel von mit spitzem Bleistift führenden Controllern gestaltet wird. Dass dabei abei aber solch negative Impulse an die Bestandskundschaft gesendet werden, dass man wissentlich einen Reputationsverlust in Kauf nimmt, statt lösungsorientiert aus der Sicht des Kunden zu denken.

Der Fortbestand von Opel wurde meiner Meinung nach von der höchstmöglichen Loyalität der langjährigen Kunden und Mitarbeiter über die vielen Jahre des Verlustgeschäftes getragen. Nun wiegt sich jedoch Opel in Sicherheit im Schoße der neuen Eigentümerin Groupe PSA, Garniert mit einem offensichtlich knallharten Cost Cutting-Programm namens „PACE“. Davon haben die loyalen Kunden allerdings reichlich wenig.

Um dem Problem auf andere Art und Weise zu begegnen, habe ich mich direkt an den Lieferanten der Konnektivitätsbauteile gewandt. Meine direkte Anfrage beim Kundensupport von LG Electronics Deutschland (Hersteller der Module für WiFi und OnStar) verlief ergebnislos. Man verwies mich zurück an den Autohersteller. Die Zeit und Mühe, bei General Motors (GM) direkt anzufragen, habe ich mir gleich gespart, da hoffnungslos. Hoffen wir, das u.a. aus dem Streit zwischen PSA und GM solche Dinge, wie die Lizenzfreigabe der Elektronikkomponenten, die OnStar nutzen, herauskommen.

Mit meiner Petition versuche ich mit geringfügigen Aussichten auf Erfolg einen weiteren Anlauf, um den deutschsprachigen Raum anzusprechen.

 

Wenn Du uns OnStar-Nutzer (gleich welcher Antriebsart) unterstützen willst, dann unterzeichne bitte hier. Eine weitere Petition wurde im spanisch sprechenden Raum initiiert.

 

Je nach dem, wie dieser Faux-pas seitens Opel und der Groupe PSA ausgeht, wird dies meine künftigen Kaufentscheidungen beeinflussen.

Zur Teilnahme an der Petition, bitte auf die Grafik klicken!

 

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