Opel AMPERA-e. Fanboy verabschiedet sich. Ein persönlicher Nachruf.

Wie wurde seit dem Pariser Autosalon Oktober 2016 der Opel AMPERA-e in den höchsten Tönen angepriesen und marketingtechnisch inszeniert. Das Elektroauto für die Massen. Keine Reichweitenangst mehr. Ein Meilenstein. Kein Ökospielzeug, kein Auto für die Reichen. Aber was wurde bisher daraus gemacht?

 


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Erfahrungsbericht/QuickCheck

In meinem Erfahrungsbericht von März/April 2017, bei dem ich meine allzu euphorischen Erfahrungen habe einfließen lassen, insbesondere, was den Verkaufsstart anbelangt, haben sich für meinen Teil (weder bin ich Flottenkunde noch Leasingkunde) die Hoffnungen im Winde zerstreut. Ich möchte schlicht und ergreifend das Fahrzeug kaufen, was bis auf weiteres nicht möglich sein wird. Und irgendwann mal vielleicht möglich wird. Die Konkurrenz schläft nicht. Im Juli 2017 wird die Serienversion des Tesla Model 3 vorgestellt, um diesen Termin herum beginnt das Ramp Up der Produktion. Im September 2017 wird der grundlegend überarbeitete Nissan Leaf vorgestellt.

Der AMPERA-e ist ein wirklich tolles Auto. Derzeit. Die Weiterentwicklung bei Elektroautos geht rasant weiter. Deshalb wäre es wichtig gewesen, mit einem Paukenschlag die Messlatte für die Wettbewerber sehr hoch zu setzen. Von „homöopathischen Dosen“ ist im Netz zur Markteinführung zu lesen. Mit wenigen Ausstellungsfahrzeugen in diesem Jahr und wenigen hundert Fahrzeugen im Nächsten. Von „limitiertem Angebot“ in 2018 ist die Rede. Nimmt Opel bzw. die „Noch-Mutter“ General Motors wirklich ernst? Ich erkenne das nicht. Ein Marktdurchbruch sieht anders aus. Das zeigt auch der mittlerweile vom CEO-Posten zurückgetretene Dr. Karl-Thomas Neumann.

Dr. Neumann hatte ja Gerüchten zufolge Pläne, in den nächsten Jahren Opel als reine Elektromarke umzubauen. Das sahen vermutlich die Alteigentümer und die Käufer (Groupe PSA) anders. Daher habe ich größtes Verständnis dafür, dass sowohl Neumann als auch der für Elektromobilität zuständige Projektleiter Dr. Hannappel den Hut nahmen.

Aber meine Entscheidung ist nicht an den Personalia begründet, sondern an folgenden Umständen:

Gestern, am 24.06.2017, war der absolute Tiefpunkt der „Opel-AMPERAe“-Beziehung.

Nachdem ich gestern früh per Zufall die Reservierungsseite (Link per Klick auf das Bild rechts)

Reservierungsseite AMPERA-e

entdeckt hatte, auf der eindeutig der AMPERA-e als Leasingfahrzeug bestellbar ist, habe ich zwecks angekündigter Kaufoption (mündlich, soziale Medien) direkt von Opel, und heute beim Agenten feststellen müssen, dass dem leider nicht so ist und wie befürchtet, bis auf Weiteres nur Leasing verfügbar ist.
1. Der Verkäufer beim Agenten weiß um die Online-Reservierungsseite (die Reservierung dort eingegeben, wird aufgrund der PLZ-Zugehörigkeit einem Agenten zugewiesen bzw. man kann diese auswählen)
2. Der Agent nimmt KEINE Reservierungen für Kaufoptionen an
3. Der Agent hat über die zwei Leasingverträge, die bereits „besonderen“ Kunden zugewiesen wurden erst zwei weitere Reservierungen vorliegen… wen wundert es…

Daher haben sich meine restlichen Hoffnungen im Winde zerstreut und ich habe damit die Hoffnung begraben, dass über 2017 hinaus für mich noch eine Barkaufoption besteht. Die PSA Übernahme wird meiner Meinung nach dazu führen, dass man mit Opel bis 2019/2020 dieses Kasperletheater weiterspielt und dann aus der Kooperation mit Dongfeng neu durchstartet. Mag sein, aber dann habe ich mich mit größter Wahrscheinlichkeit für ein verfügbares Fahrzeug und mit Stand der Technik auf der Höhe der Zeit entschieden.

Opel, ich wünsche Dir und all Deinen willigen, aber gepeinigten Mitarbeitern alles Gute und möge viel von Dir weiterleben. Du willst mein Geld nicht, oder darfst es nicht annehmen. Dann leben andere damit weiter und ich mit einem anderen Produkt, was gewollt und mit entsprechenden Protagonisten versehen ist. Ich hoffe nur, das den AMPERA-e nicht das gleiche Schicksal des EV1 ereilt. Nichts ist unmöglich. Der neue Claim lautet: „DIE ZUKUNFT GEHÖRT ALLEN“. Mitnichten.

Ein „Fanboy“ verabschiedet sich.

Sorry Opel, ich bin raus. 

 

 

 

 

 

 

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