Scheidungskinder haben es schwer!

Wenn eine Ehe zerbricht, leiden die Scheidungskinder allzu oft und hängen zwischen den Stühlen.  Eines der Elternteile fühlt sich überfordert, und der andere Elternteil will davon nichts (mehr) wissen. Auf meinen Opel Ampera-e bezogen lässt sich das leider übertragen. Nicht selten werden aus diesen Zöglingen  dann Problemkinder.

Bereits Ende des letzten Jahres 2018  habe ich nach rund 17.000 km und einem Jahr Besitz eine Retrospektive verfasst. Eigentlich möchte ich ja über positive Dinge berichten, Aber ich werde das Gefühl nicht los, Opel ein Montagsauto abgekauft zu haben. Trotz der anfänglichen Euphorie, die ich noch Ende 2017 hatte, bin ich jetzt mittlerweile auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Den ganzen Verlauf dieser Tatsachen könnt ihr hier nachlesen.

Aber was ist nun passiert und was hat das Fass zum Überlaufen gebracht?

Am vergangenen Freitag wollten wir uns zu einem Wochenendbesuch zur Familie in 270 Kilometer Entfernung aufmachen.

Bereits nach wenigen hundert Metern aus der Tiefgarage herausgefahren, dann der Schock: Das Fahrzeug rüttelt und schüttelt sich durch, rekuperiert keinesfalls mehr, die Lenkung fühlt sich schwammig/indirekt an, nimmt für einen Moment das Gas nicht an. Das Park Distance Control (PDC) quittiert den Dienst, der Fahrer wird mit wilden Fehlermeldungen überhäuft:

– Elektrische Stabilitätskontrolle,
– ABS,
– Lenkunterstützung,
– PDC fallen aus.
– Getriebe muss gewartet werden,
– reduzierte Antriebleistung,
es wird empfohlen, das Fahrzeug nicht mehr zu bewegen!

[Aktualisierung 19.03.2019: Es soll ein defekter ABS-Sensor vorne links gewesen sein. Dass aber deshalb soviel Fehlermeldungen ausgegeben werden, ist mir unerklärlich. ]

Kurzerhand fahren wir in Schrittgeschwindigkeit zurück nach Hause und stellen den Wagen ab. Da wir am Abend noch einen Termin haben, vereinbaren wir mit dem Opel-Mobilservice, dass wir am Sonntag Abend Unterstützung benötigen. Die freundliche Hotline-Mitarbeiterin sagte mir, möglicherweise könne das vor Ort erledigt werden, andern falls käme ein Transporter. Soweit so gut. Was kam am Sonntag? Natürlich gleich der Abschlepper !

Aussage des ADAC-Mitarbeiters: „An Elektroautos dürfen wir nix machen!“

Erde an ADAC: Hallo?! Ist das euer Ernst, echt jetzt? Da werdet ihr aber in den nächsten Jahren einen deutlichen Auftragsschwund erleiden. Sorry, das geht gar nicht!

Also am Sonntag dann wird der AMPERA-e nach Wiesbaden zu „meiner“ Werkstatt gebracht. Ich rufe Montag Morgen dort an: „Ja, das Auto ist da, aber wir können den hier nicht (mehr) reparieren  – wir haben keinen hochvoltzertifizierten Mechatroniker mehr.“

Ich frage ihn scherzhaft, ob der jetzt bei Tesla angeheuert hat. Kein Kommentar.

Also wird der zickige Stromer in die nächstgelegene Filiale in Mainz verfrachtet.

AMPERA-e muss schon wieder ins Krankenhaus

Verlauf dieser Episode: „Das Scheidungskind“ macht Probleme an einer Tour!

Nochmals auf den Eingangstext: Soviel Freude wie mir der Wagen bisher gemacht hat, soviel Ärger ist auch damit verbunden. Zumal die Ärgernisse immer mit Werkstattbesuchen verbunden sind. Und die Werkstatt liegt nunmal nicht direkt vor der Haustüre.

Das Gebaren von Opel und General Motors, da bei Gewährleistungsansprüchen die Meldekette von der Werkstatt über Rüsselsheim nach Detroit läuft, ist schlicht unterirdisch. Dass OnStar per 31.12.2020 ersatzlos gestrichen wird, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Ich gehe davon aus, dass sich mit dem neu formierten PSA-Konzern, in dem Opel adoptiert wurde, sich daran grundsätzlich sich nichts ändern wird. Da klingt die Werbetrommel „Opel wird elektrisch“, wie Hohn in meinen Ohren. Oder anders: wir sind es noch nicht, weil bereits die zweite Fehlzündung nach Ampera nun mit dem AMPERA-e für mich persönlich in die Hose ging.

Hätte ich derzeit am Elektroautomarkt etwas auf dem Radar, was meinen Vorstellungen vollständig entspricht, ich bin derzeit in der Stimmung, den Wagen abzustossen und die Beziehung zu Opel für die Zukunft endgültig abzukündigen.

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